Eiskeller - Sommerkeller Erharting - Sommerkeller Erharting - einer der schönsten Biergärten Bayerns

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Biergarten

EISKELLER

Eisen an der Isen

Früher bedeutete es harte Knochenarbeit, Getränke- und Biervorräte über einen längeren Zeitraum kühl zu halten. Als es noch keine Eisschränke und Kühlmaschinen gab lagerten die Brauereien jeden Winter große Eisblöcke in ihre Bierkeller ein, die die Bierfässer bis in den Sommer hinein auf erfrischende Temperaturen herabkühlten. Diese Tradition des Eis-Erntens kann man heutzutage nur noch selten beobachten.

Im Oberbayerischen Erharting, einem Dorf an der Isen, treffen sich jeden Winter die Mitarbeiter der örtlichen Brauerei um eine alte Tradition am Leben zu erhalten: das Eisen. Sobald die Eisdecke auf dem Weiher hinter den Brauereigebäuden ordentlich dick ist, heißt es für sie wieder "Ärmel hochkrempeln" und auf geht es zur Eis-Ernte. Denn der Brauereikeller braucht wieder Nachschub an großen Eisblöcken.

Harte Arbeit für große Eisblöcke

Mindestens 15cm dick sollte die Eisdecke schon sein, damit sich die Arbeit auch lohnt. Und sie ist wirklich ein echter Knochenjob! Mit altem Werkzeug, das von jeher in der Brauerei vorhanden ist, wird das Eis durhc den Weiher getriftet, in grobe Brocken zerschlagen und zum nahen Sommerkeller der Brauerei gebracht.

Auch wenn heute mit elektrischer Kraft gearbeitet wird und ein Förderband vieles erleichert: Schon nach kurzer Zeit steht den Arbeitern der Schweiß auf der Stirn. Denn die Eisblöcke sind unhandlich und es ist viel Muskelkraft bei der Eisarbeit nötig. Vor allem das kräfteraubende Zerschlagen der Schollen muss nach wie vor von Hand erledigt werden.

Vom Natureis-Keller zum Kühlschrank

Kaum zu glauben, dass diese mühevolle Eis-Ernte früher - als es noch keine Kühlschränke gab - jeden Winter unbedingt notwendig war. Denn nur mit ausreichend Natureis im Keller konnten damals die Biervorräte auch im Sommer noch gut gekühlt werden. Erst im Jahr 1876 kam die erste Kältemaschine von Carl von Linde auf den Markt. Und Jahrzehnte später hielt schließlich die damals noch recht kostspielige Technik auch in den kleinen Brauereien und Wirtsstuben Einzug.

Feuchtigkeit fürs Gemäuer und süffiges Bier im Sommer


Doch in Erharting wird die Eisarbeit nicht aus nostalgischen Gründen verrichtet, es gibt einen besonderen Grund dafür: Das schmelzende Eis erhält das historische Kellergewölbe! Die Feuchtigkeit, die von den langsam schmelzenden Eismassen ausgeht, ist gut für den Putz der Gebäudemauern. Bei zuviel Trockenheit würde sonst der Mörtel aus den Fugen rieseln. Doch der angenehme Nebeneffekt, dass es im Biergarten im Erhartinger Sommerkeller in der warmen Jahreszeit so auch wieder ein eisgekühltes Bier gibt, ist sicher auch nicht zu verachten.

 
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